Im Stadtteil Ziehers-Süd/Ostend in Fulda hat im Juli 2025 die erste Pädagogische Werkstatt in Hessen im Programm Ein Quadratkilometer Bildung ihre Arbeit offiziell aufgenommen. Höchste Zeit für drei Fragen an die dortige Leitung der Pädagogischen Werkstatt, Ramona Simon.
Ramona, Fulda ist für dich kein unbekanntes Pflaster – welcher Weg führt dich in die Pädagogische Werkstatt?
Ich war bisher in unterschiedlichen Bereichen der Sozialen Arbeit tätig: in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, in der teil- und vollstationären Jugendhilfe und in der Beratungs- und Bildungsarbeit zugewanderter Menschen unterschiedlichen Alters. Bereits in meinem Studium habe ich einen besonderen Fokus auf sozialräumliches Arbeiten gelegt. Ebenso wichtig ist es mir, Ressourcen wahrzunehmen und weiter zu stärken. Durch meine Weiterbildung in Systemischer Beratung habe ich diese Haltung weiter ausgebaut.
Bei Ein Quadratkilometer Bildung geht es genau darum – und genau deswegen freue ich mich, Teil des Ganzen zu sein!

Was macht für dich ein gutes Bildungsnetzwerk aus?
Ein gutes Bildungsnetzwerk zeigt die Bereitschaft, sich gemeinsam weiterentwickeln zu wollen. Es betrachtet gemeinsam Interessen, Wünsche, Erwartungen und Ziele und bildet anhand der Bedarfe passgenaue Angebote. Die unterschiedlichen Blickwinkel und Erfahrungen, die ein Netzwerk mit sich bringt, bieten die Chance, Synergien sinnvoll zu nutzen und Strukturen weiter auszubauen, sodass diese sich nachhaltig und positiv auf die Lebenswelt der Menschen auswirken.
Als Leitung der noch jungen Pädagogischen Werkstatt bist du nun schon einige Zeit in Ziehers-Süd/Ostend unterwegs: Welche Chancen siehst du durch km2 Bildung für den Stadtteil?
Der Stadtteil Ostend/Ziehers-Süd verändert sich. Wo früher die Konstantinkaserne war, entstand nach dem Krieg ein großes Wohnviertel. In unmittelbarer Nähe zueinander befinden sich heute Kita, Schule, Stadtteilräume, das Haus der Familie, der Jugendclub Ostend und viele weitere Akteure.
Mit dem im Mai 2025 eröffneten Stadtteilzentrum Ostend haben die Bewohner:innen des Quartiers neue Möglichkeiten. Der Neubau der Cuno-Raabe-Schule und die Kooperationsvereinbarung zeigen die Bereitschaft für neue gemeinsame Entwicklungen. Der Bildungscampus mit seiner Vielfältigkeit in unterschiedlichen Bereichen wie Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsangeboten bietet viele Möglichkeiten für die dort lebenden Menschen. Dass die Bereitschaft zur Zusammenarbeit gegeben ist, zeigt beispielsweise der langjährige Arbeitskreis „Kinder und Jugendliche im Ostend/Ziehers-Süd“ und die jährlich stattfindenden Stadtteilfeste, die gemeinsam organisiert und durchgeführt werden.
Durch die Kooperation im Rahmen von Ein Quadratkilometer Bildung erhalten die Kinder und Jugendlichen des Stadtteils die Möglichkeit, ihre persönlichen Stärken zu entdecken, auszubauen und zu festigen, um so neue Perspektiven für ihren weiteren Lebensweg zu erhalten.