Drei Fragen an... Nele Kohrsmeier

Auf ein Wort mit einer ehrenamtlich Engagierten aus km2 Bildung Wuppertal
24.11.2025

Seit 2015 engagiert sich Nele Kohrsmeier an der Wuppertaler Gemeinschaftsgrundschule Markomannenstraße in der Lernförderung. Die pensionierte Grundschullehrerin ist Teilnehmerin des Projekts „Ehrenamt im Quadrat“. Was verbindet sie mit der Fortbildung zur Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung und was nimmt sie mit in ihre Bildungspraxis?

Nele, wie sieht dein Alltag als Ehrenamtliche in Wuppertal aus?

Ich engagiere mich ehrenamtlich für die Pädagogische Werkstatt an einer Schule in Wuppertal, an der viele Kinder mit Migrationshintergrund lernen. Dort unterstütze ich einzelne Schülerinnen und Schüler in der Lernförderung, um ihre sprachlichen und fachlichen Defizite zu verringern. Besonders wichtig ist mir dabei, jedes Kind individuell zu begleiten und zu ermutigen.

Die Arbeit ist oft herausfordernd, da die Kinder ganz unterschiedliche Lebensgeschichten mitbringen: Einige sprechen nur wenig Deutsch, andere haben Fluchterfahrungen oder stammen aus verschiedenen kulturellen Kontexten. Trotzdem ist die Tätigkeit für mich sehr bereichernd. Ich erlebe, wie viel Motivation und Vertrauen durch kleine Fortschritte entstehen können – das gibt mir immer wieder neue Energie und Freude an meiner Arbeit.

Welche Erwartungen hattest du an das Projekt „Ehrenamt im Quadrat“?

Von dem Projekt „Ehrenamt im Quadrat“ erhoffte ich mir neue Denkanstöße zum Thema Diskriminierung und Vielfalt. Ich wollte besser verstehen, was genau Diskriminierung bedeutet und in welchen Formen sie – oft unbewusst – im Alltag vorkommen kann. Außerdem interessierte mich, wie ich selbst sensibler damit umgehen und Diskriminierung sowohl vermeiden als auch thematisieren kann. Besonders wichtig war mir, Anregungen und Materialien zu erhalten, die ich in meiner Arbeit mit Kindern einsetzen kann – etwa Bilderbücher oder Texte, die Vielfalt, Respekt und gegenseitiges Verständnis fördern. Ich war gespannt auf den Austausch mit anderen Ehrenamtlichen und auf neue Perspektiven, die meine pädagogische Arbeit bereichern könnten.

Foto: GONERA PHOTOS

Welche Impulse aus der Fortbildung nimmst du künftig mit?

Aus der Fortbildung nehme ich viele wertvolle Impulse für meine Arbeit mit. Mir wurde bewusster, an welchen Stellen Diskriminierung entstehen kann – selbst in scheinbar kleinen Situationen oder in Lehrmaterialien. Besonders wichtig finde ich, Kinderbücher kritisch zu prüfen, bevor ich sie einsetze, um sicherzustellen, dass sie Vielfalt positiv darstellen. Ich habe gelernt, sensibler auf Sprache und Darstellungsformen zu achten und Kinder darin zu bestärken, Unterschiede als Bereicherung zu sehen. Diese Erkenntnisse möchte ich künftig gezielt in meine pädagogische Arbeit einfließen lassen und so zu einer offeneren, respektvolleren Lernumgebung beitragen.

Ehrenamt im Quadrat“ ist ein Projekt der Stiftung Ein Quadratkilometer Bildung. Es wird gefördert durch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) im Rahmen des Förderprogramms „transform_D“.